01.03.2020
Sanierung der Ev. Stadtkirche St. Albani

Maßnahmen zur Erneuerung des Fußbodens und der Elektrik laufen; Sanierung bringt neue Erkenntnisse; Epitaph aus dem 16. Jahrhundert wird bei Bauarbeiten entdeckt; es geht weiter voran

Es geht voran. Die Erneuerung von Fußboden und Elektrik laufen. Der Wettbewerb zur Neugestaltung der Fenster ist abgeschlossen. Die Jury hat eine Empfehlung abgegeben. Eine Reihe interessanter Details zur Baugeschichte der Kirche sind ans Licht gekommen. In einem dritten Bauabschnitt wird der Innenraum farblich neu gefasst. In einem vierten Bauabschnitt werden die Fenster überarbeitet und erneuert. Dank der Unterstützung vieler Menschen, haben wir schon viel geschafft. Es liegt aber noch ein weiter Weg vor uns. Daher bitten wir Sie weiterhin um Ihre finanzielle Unterstützung. Dafür können Sie das unten angeführte Konto verwenden:

Der Schkeuditzer Bote veröffntlicht in seiner März-Ausgabe unter der Überschrift "Epitaph aus dem 16. Jahrhundert wird bei Bauarbeiten entdeckt" einen umfang- und aufschlussreichen Artikel über den Stand und die Entdeckungen bei der Sanbierung der Albanuskirche, den wir Ihnen hier gern zur Kenntnis geben:

"Die aufwendige Sanierung der Stadtkirche in Schkeuditz schreitet voran. Der Fußboden im Kirchenschiff ist entfernt und an den Wänden ist ein sogenannter Opferputz aufgebracht worden. Jener Putz solle die Salze aus dem Mauerwerk binden. „Im Frühjahr wird der Opferputz wieder entfernt und dann kommt der richtige Putz drauf“, sagt Pfarrer Axel Meißner. Alles was elektrisch notwendig wird, komme jetzt als Kabel noch in den Fußboden, bevor dieser erneuert werde.

„An einer Stelle war die Kirchenwand stärker vernässt als in der restlichen Kirche. Wir hatten keine Erklärung dafür“, berichtet Meißner. Lediglich ein in größerer Höhe eingemauerter Ziegel mit Löchern habe erahnen lassen, dass dahinter womöglich ein Hohlraum existiert. „Tatsächlich ist hinter der Wand ein Raum zum Vorschein gekommen, mit Resten einer Gewölbedecke, die auch bemalt ist. Jetzt ist die Frage: Was ist das“, verkündet der Pfarrer eine durchaus spektakuläre Entdeckung. Man habe eine Restauratorin beauftragt, zu beleuchten, worum es sich bei dem Raum an der Nordseite der Kirche handelt. Es gebe mehrere Möglichkeiten: Schon der Architekt Gustav Schönermark habe von „hässlichen Anbauten“ an der Kirche, die es im 17. und 18.  Jahrhundert gegeben habe, geschrieben. „Offensichtlich haben sich reiche Bürger hier eine eigene Bet-Nische angebaut“, vermutet der Pfarrer. „Oder es sind Reste eines Vorgängerbaus, die hier irgendwie integriert worden sind“, ergänzt Meißner eine weitere Vermutung. Genaueres werde die beauftragte Restauratorin ermitteln.

Auch an der Nordwand im Chorraum wurden die Arbeiter fündig. „Hier gibt es hinter der Wand einen Hohlraum und dann eine zweite Mauer“, erzählt Pfarrer Meißner. Für diesen Hohlraum müsse es ja einen Grund geben, der aber noch völlig unbekannt ist. Ebenfalls an der Nordseite im Chorraum ist eine Sakramentsnische zum Vorschein gekommen. „Die wollen wir wahrscheinlich auch präsentieren“, meint Meißner. Man müsse nun noch herausfinden, aus welcher Zeit sie stammt.

Die Eptaphien aus dem Chorraum wurden abgenommen und sollen an anderer Stelle, nämlich unter der Empore an der Südwand, wieder angebracht werden. Zu diesen Epitaphien ist Ende Januar nun noch eine weitere Grabplatte hinzugekommen. „Das lag quasi mit dem Gesicht nach unten als Stufe auf dem Boden. Die Arbeiter haben es mit einem kleinen Kran herausgehoben. Es ist ein Eptaph von ‚Johan Breusser‘. Die Preußers waren eine berühmte Kaufmannsfamilie in Leipzig. Leider steht auf dem Epitaph keine Jahreszahl“, verkündet Meißner einen weiteren bemerkenswerten Fund.

„Bei den entdeckten Räumen an der Nordseite der Kirche handelt es sich wohl zum einen um die Reste der alten Sakristei, die sich bei Kirchen unserer Region immer an der Nordseite des Chorraumes befinden“, vermutet der Kunsthistoriker Dr. Alberto Schwarz. „Erst mit dem Umbau von 1899 wurde die Sakristei an die Südseite verlegt. Bei dem zweiten Gewölbe dürfte es sich um einen Rest der erwähnten zusätzlichen Anbauten handeln. Ich denke, es war eine Grabkapelle des Patronatsherren“, sagt er. „Das Epitaph ist nicht nur als recht qualitätvolles Bildwerk von Bedeutung. Der Dargestellte muss der 1575 mit Scherbitz belehnte Hans Preusser sein, der 1590 starb. Damit wäre das Epitaph schon Ende des 16. Jahrhunderts entstanden, also noch vor dem Dreißigjährigen Krieg“, ordnet Schwarz den Fund ein. Bekanntlich brannte die Kirche im Dreißigjährigen Krieg 1646 bis auf die Grundmauern nieder."

Die LVZ veröffentlichte am 17.01.2022 einen Artikel unter der Überschrift "Albanuskirche: Geschichte muss neu geschrieben werden. Leider haben wir von der Leipziger Volkszeitung keine Genehmigung erhaltern, den Artikel hier zu veröffentlichen( https://www.lvz.de/Region/Schkeuditz/Albanuskirche-Schkeuditz-Geschichte-muss-neu-geschrieben-werden ).

Hier ist der Inhalt des Sachverhalt stark gekürzt und mit eigenen Worten wiedergegeben sowie mit Zitaten von Pfarrer Dr.Axel Meißner ergänzt.

(Zitate in Anführungsstrichen)

"Bisher sind sich die Fachleute weitgehend einig gewesen, dass die Kirche 1517 aus einem Guss gebaut wurde." Üblich war zur damaligen Zeit, alte Teile eines Baus in einen Neubau einzubeziehen. "Und so ist es scheinbar auch in Schkeuditz passiert. Damit ist die bisherige Theorie wohl nicht mehr zu halten." Wir dürfen also gespannt sein was bei der Sanierung noch zutage kommt. Dr.Meißner sagte weiter: "Ich bin ein Glückspilz, weil ich das alles miterleben und mitbegleiten darf." Er meinte aber auch, dass er zugleich ein Pechvogel sei, weil auf Grund der historischen Entdeckungen im Innenbereich nun noch mehr Spendengelder gesammelt werden müssen. Zugleich lobte er die großartige Spendenbereitschaft der Schkeuditzer und ergänzte: "Ohne die großartige Hilfe wären wir nicht so weit, wie wir jetzt schon sind."

Auf den nachfolgenden Fotos sehen Sie den Bauzustand am 30.03.2022.

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Zweck: Sanierung Kirche Schkeuditz

Auch die Spendenaktion mit der Übernahme einer „Patenschaft“ über Fußbodenplatten läuft weiter. Melden Sie sich bei Interesse bitte im Pfarramt. Sie erhalten eine individuell gestaltete Miniaturausgabe mit einer Nummer und Ihrem Namen.


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